Warum Linux?

Die Frage, welches Betriebssystem das beste ist, artet gerade bei den beiden Kontrahenten Windows und Linux schnell ins Religiöse aus. Trotz oder gerade wegen dieser hitzigen Debatten gilt umso mehr: Wer sich der Alternativen und der Unterschiede zwischen ihnen bewusst ist, kann für sich die beste Entscheidung treffen.

Daher wollen wir ein paar Punkte anführen, die das Betriebssystem Linux von Windows unterscheiden. Diese Zusammenstellung soll vor allem griffig bleiben; sie ist daher weder vollständig noch objektiv.

Prinzipiell handelt es sich bei Linux - die Rede ist hier vom Betriebssystemkern, nicht der Software, die typischerweise mit einem Betriebsystem mitgeliefert wird - um freie Software, d.h. der Quellcode ist für jeden einsehbar. Im Gegensatz dazu betrachten andere, wie z.B. die Firma Microsoft, den Quellcode ihres Produktes Windows als geistiges Eigentum, als ein kapitales Betriebsgeheimnis. Bei freier Software darf jeder Interessierte den Quellcode modifizieren und weiterverbreiten, ja man darf den Quellcode sogar in eigene Softwareprodukte einbauen und diese verkaufen - unter der Bedingung, dass man wiederum den Quellcode der eigenen Software offenlegt. Auf diese Weise verbreitet freie Software das Prinzip der Kooperation und des geistigen Gemeineigentums, auf das keine Person oder Firma alleinigen Anspruch erheben kann.

Soweit das noble Prinzip, aber was bringt einem das in der Praxis? Die Antwort: Qualität, Sicherheit und Unabhängigkeit. Die Offenheit des Quellcodes unterstützt seine Qualität, denn jeder Entwickler kann ihn einsehen, bewerten und Verbesserungen programmieren. Eine große Firma kann viele ihrer Mitarbeiter mit der Entwicklung ihrer eigenen Software beschäftigen, aber an einem freien Software-Projekt können sich noch mehr Entwickler weltweit beteiligen. Dass das funktioniert und nicht im Chaos versinkt, zeigt die fortschreitende Entwicklung des Linux-Kernels, die von einem lose verknüpften, weltweit verteiltem Netz von Programmierern vorangetrieben wird. Die Sicherheit freier Software nährt sich aus ähnlichen Gründen. Die quelloffenen Programme lassen sich transparent auf Fehler und Schwachstellen abklopfen; man ist für deren Korrekturen nicht ausschließlich auf den Hersteller angewiesen. Unabhängigkeit wird gewährleistet durch die Verwendung offener Standards, die sich mit freier Software mehr und mehr durchsetzen.

Die Entwicklung freier Software ist keineswegs nur enthusiastischen Hobby-Programmierern vorbehalten, die in ihrer Freizeit nichts besseres zu tun haben. Frei ist nicht gleichzusetzen mit kostenlos. Mit freier Software lässt sich Geld verdienen, das geschieht jedoch weniger durch den klassischen Verkauf; andere Wertschöpfungsmodelle sind gefragt. Firmen, die freie Softwareprodukte professionell entwickeln, verdienen ihr Geld eher durch die Einführung, Betreuung und Wartung ihrer Produkte beim Kunden. Die meisten Produkte freier Software sind frei (auch im Sinne von kostenlos) erhältlich. Dieser Umstand ist für viele interessant: für Privatleute, kleine Firmen, öffentliche Institutionen usw. Dass die Kombination aus niedrigen Anschaffungskosten, Sicherheit und Unabhängigkeit gegenüber nicht-offenen Hersteller-Standards tatsächlich zum Umstieg überzeugen kann, zeigt - um nur zwei prominente Beispiele zu nennen - die Entscheidung der beiden Städte München und Wien, die komplette IT-Infrastruktur ihrer Stadtverwaltungen auf Linux umzustellen.

Warum könnte man als Student zu Linux wechseln wollen? Für die Informatiker unter euch wäre es lohnenswert, sich mit einem alternativen Betriebssystem zu beschäftigen. Verschiedene Programmiersprachen und Betriebsysteme zu beherrschen, ist euer Handwerk. Linux ist ein junger Spross der Unix-Familie, ein Betriebssystem, das außerhalb der Welt der privaten PCs eine hohe Verbreitung hat; sich während des Studiums bereits mit einem solchen System vertraut zu machen, bringt später im Berufsleben sicher Punkte.

Für die Wirtschaftler wäre ein Umstieg interessant, um sich mit freien Software-Alternativen vertraut zu machen, die später im eigenen oder brötchengebenden Unternehmen zu Einsatz kommen können. Auch das Linux-Betriebssystem selbst kann als Plattform für nicht-freie, aber in der Wirtschaft sehr etablierte Software dienen, wie das z.B. bei SAP der Fall ist. Dieser Trend ist bereits Realität. Wer also Kenntnisse über stabile und kostengünstige Alternativen mitbringt, hat später einmal sicherlich auch gute Karten.

Habt ihr Neugier bekommen? Wir begrüßen alle, die den Mut haben, Neues auszuprobieren und Fragen zu stellen.
Euer LIP-Organisationsteam

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News

Okt 29, 2015

Die nächste OSP ist angesagt. Schon nächste Woche geht es los!!!

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